 |  | Schon traditionell stark vertreten ist die RWB mit ihren Masters-Ruderern bei der Tour du Lac, einem der härtesten Ruderrennen der Welt. In diesem Jahr wagten sich 4 RWBer/Innen auf die Strecke der Tour de Lac, welche von Genf über Lausanne, Montreux, Evian über insgesamt 160 km zurück nach Genf führt. |
Sabine Vogt fuhr mit im Team SNG/CN SOISY-SUR-SEINE/EXCENEVEX/RG WIESBADEN-BIEBRICH mit Philippe Creux, Christian Rouf, Philippe Grataloup, Laurant Huchard und erreichte als 9. Team in 15:08 Stunden das Ziel. Ralph Gottschaldt, Andreas Biniek und Dirk Schreiber fuhren in Renngemeinschaft mit Holger Depner (Wiking Karlsruhe) und Pal Mathe (RC Rastatt) in 13:55 Stunden auf den 2. Platz der Masters-Wertung und den 6. Platz der Gesamtwertung. Der Empfang bei der Genfer Societe Nautique fand wie gewohnt in einer Klasse für sich statt. Allein der Pokal der Allinghi-Segler vom Amercias Cup im Foyer lässt einen als Ruderer erahnen, dass man hier geweihte Hallen betritt, die in anderen Dimensionen rechnen. So zeigten sich die Sponsoren, Anglo-Irish-Bank und Moet Chandon („Mööd Schandong, wie der Kölner sagt) Ruderern gegenüber aufgeschlossen und bei Schnittchen sowie reichlich Champagner/Rotwein/Bier konnten wir die französische Begrüßung genießen – dabei schielten natürlich alle Teams auf die Gegner des nächsten Tages und taxierten die möglichen Schwächen. Höhepunkt der Veranstaltung war die Ansage, dass 2007 der Rekord von Turbo Bonn (11:58) unterboten werden sollte, was dann dem Team von O. Behrend. Chr. Klandt, J. Domscheit, Markus Neumann und Matthias Auer tatsächlich auch gelang (11:55) (Böse Zungen behaupten das Team hat Angst im Dunkeln) Die Übernachtung am Vorabend im Bunker Coligny bot den üblichen Luxus - nur das leider sowohl die Küche verschlossen, wie auch die Kühlschränke nicht verfügbar waren, was die Frischhaltung diverser Nahrungsmittel erschwerte. Aber wer gerne auf Fähren im Unterdeck wohnt hatte beim Schlafen dann keine Probleme – zumal ein Bunker nicht sinken kann. Gegen 7 wurden am nächsten Morgen die letzten Vorbereitungen an den Booten getroffen. Die Schiedsrichter der Societé überprüften bei jedem Boot Schwimmwesten, Notrakete, Nachtbeleuchtung und Getränkevorrat. Punkt 9 gab der Böllerschuß den Massenstart frei. Die ersten 800m sind reiner Sprint, da es darum geht möglichst fix, vor dem Stau, um die Wendeboje vor der Genfer Fontäne herumzukommen. Danach zieht sich das Feld dann mehr oder weniger langsam auseinander. Bald hinter Rolle konnten wir hinter uns nur noch ein Boot ausmachen, was bedeutete, dass mindestens schon 6-7 Boote den Anschluss verloren hatten. Vor uns waren vier Boote der Spitzengruppe in Sicht, welche wir aber spätestens nach Lausanne ebenfalls aus den Augen verloren. Besonders ärgerlich war es, dass die später erstplatzierte Mannschaft der Masters uns nach rund 40km einfach davonruderte und wir nichts dagegen tun konnten. Folglich blieb uns nur noch zum Einen gegen die Zeit zu fahren (um „Rest of the best“ zu werden und nicht „Best of the rest“) , zum anderen das uns verfolgende Boot auf Abstand zu halten. Dieser schwankte leider oft zwischen dem Zustand ´kleiner Punkt im Dunst´ und ´dicker Punkt mit blitzend aufdrehenden Blättern.´ Ohne das uns jagende Boot fürchte ich aber, dass wir eine schlechtere Zeit gefahren wären. Denn kurz vor Evian war das gegnerische Boot hinter uns nicht mehr auszumachen – und wir hielten uns für schnell, da wir nicht wussten, dass unsere Verfolger auf eine Sandbank gelaufen waren. Zwar gelangten wir noch fast im Hellen in die Schweinebucht™1, aber wie üblich zogen sich nach 140km die letzten 20 endlos im Dunkeln dahin. Die ultimative Verlockung, welcher in der klassischen Sage jeder Seefahrer erliegt, ist das Restaurant etwa 15km vor Genf welches den Duft von in Knoblauch gebratenen Krabben und Fleisch über das Wasser verbreitet und wo wir nur deshalb nicht anlegten, weil solch weltliche Dinge zu diesem Zeitpunkt kaum noch Gewicht haben. Um 22:30 machten wir den letzten Wechsel im Angesicht von Fontäne und Promenade und waren kurz vor 23 Uhr da. Fazit: unter 14 Stunden ist gut – für mehr fehlte uns die Kraft (Wumm™). Genf ist immer eine Grenzerfahrung. Es geht nicht für alle darum vorne mitzufahren, sondern es geht darum gut durchzukommen, den Schweinehund niederzuringen und die einzigartige Atmosphäre der SNG zu genießen. Manche fahren um zu siegen, andere einfach weil sie „bitten by the rowing bug“ sind. In diesem Sinne kann ich nur allen raten es einfach mal zu probieren. Wer den Rheinmarathon durchhält oder die Eurega wagt, kann auch Genf probieren – schließlich darf man alle 120 Minuten für 30 Minuten Steuern, Essen, Pumpen, Pinkeln, Navigieren, die Mannschaft bespaßen und Krämpfe niederringen – und aufpassen dass man nicht in Angelleinen oder Schleppnetze fährt. Zum Ausgleich gibt es Panoramaalpen, Monsterachten, Museumsdampfer und so viel anderes fürs Auge, dass man es selbst gesehen haben muss. Ein Spaß war es wie immer nicht, aber ganz, ganz großartig. Bericht: original verzapft und verkorkst von Dirk. (heute noch Gammelfleisch, aber zum Rheinmarathon wieder fit) |